Ich denke…

Ich mache mir so meine Gedanken über die Welt von heute und morgen. Vielleicht ist der eine oder andere darunter, den Du mir mit teilst, der Dich inspiriert und ebenso zum Denken bringt oder mit dem Du gar nichts anfangen kannst. Schau einfach mal…

Ich denke_10 (© privat)

Manchmal muss man eine Reise tun…

Für eine Zeit lang weg. Raus aus dem gewohnten Alltag, hinein in eine komplett andere Welt, die ich mir nicht im Geringsten habe vorstellen können. Seit über zwei Wochen bin ich nun in Morogoro, Tansania. Ein Land, deren Menschen ich nicht verstehe – und dabei ist die Sprache noch die geringste Barriere. Viel größer sind die kulturellen Unterschiede. So viele Gepflogenheiten und Gewohnheiten, so viele Sitten und Bräuche, die ich nicht nachvollziehen kann. Man versucht zu verstehen, sich einen Reim aus diesem oder jenem zu machen. Und doch kommt einem das eigene Denken immer wieder in die Quere – jenes „westliche“ Denken, das uns doch so klar erscheint.
 
Aber ist es das wirklich? Ist es tatsächlich so viel logischer, wie wir die Dinge sehen, tun und kommunizieren? Oder ist es einfach nur über all die Jahre gelernt und eingeübt? Falls Letzteres der Fall ist, hätte alles, was wir hier nicht nachvollziehen können, ja doch seine Berechtigung?
Allerdings könnte man dann einwenden, dass man die Dinge nicht immer so tun muss, wie man sie Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte lang gemacht hat. Schließlich reden wir in der „westlichen Welt“ ja ständig von Innovation. Stellt sich freilich auch wieder die Frage: Ist unser Denken und Tun der innovative Schlüssel zu einem besseren Leben? Wobei man erst einmal klären müsste, was besseres Leben überhaupt bedeutet – vor allem für die Menschen hier.
 
Fragen über Fragen und es werden täglich mehr. Wir werden sehen, ob ich in den kommenden Wochen Antworten darauf finde…  

Ich denke 11 (© privat)

Vertrau‘ erst mal dir selbst – dann der Zukunft

Im Kreuzworträtsel hat das Vertrauen in die Zukunft acht, manchmal zehn Buchstaben. Im echten Leben benötigen wir dafür wesentlich mehr Buchstaben. Und immer öfter fehlen uns die Worte, wenn es darum geht, vertrauensvoll in die Welt von morgen zu schauen. Dabei liegt es an uns selbst, (wieder) Worte zu finden, das Ruder herumzureißen, Verantwortung zu übernehmen und mutig (voran)zugehen. Dazu aber ist es wichtig, dass wir uns wohlfühlen und Zuversicht schöpfen. Spannend finde ich in dem Zusammenhang das Konzept der zwei Selbste von Daniel Kahnemann, US-amerikanischer Psychologe, Nobelpreisträger und Bestsellerautor: Seiner Meinung nach haben wir nämlich ein erlebendes Selbst, das sich andauernd mit der Frage beschäftigt: „Fühle ich mich gerade wohl oder tut es weh?“ und zugleich ein erinnerndes Selbst, dass die Frage beantwortet: „Wie war es im Großen und Ganzen?“

Gehe ich nun davon aus, dass mein Wohlbefinden in der Zukunft sowohl davon abhängt, was ich in Zukunft erleben werde, als auch davon, was ich in der Vergangenheit erlebt habe, dann sollten wir doch alles daransetzen, heute schon positive Erinnerungen zu schaffen, sodass wir morgen eine Welt haben, in der wir uns wohlfühlen können.

Vertrauen hat aber immer auch mit (Mit)Menschen zu tun. Soll heißen: Als soziales Wesen sind wir darauf gepolt, den Menschen zu vertrauen – und selbst eingeschlossen. Wenn wir also zuverlässige Menschen um uns haben und auf die eigenen Fähigkeiten bauen können, kommen wir dem Vertrauen in die Zukunft immer näher. Warum ich dieser Meinung bin, kannst Du auf meinem aktuellen Artikel auf Zukunft Neu Denken lesen.

Ich denke 9 (© Christiane Mähr)

Wenn alles unsicher ist, ist vielleicht alles möglich

Es hackt. Gefühlt seit bald drei Jahren. In Wahrheit wohl schon viel länger. Wir schlittern von einer Krise ins nächste Jammertal, haben aufgehört Pläne zu schmieden, da die Welt diese ohnehin nicht erfüllen kann. Doch liegt nicht gerade darin das tatsächliche Problem? Haben wir nicht viel zu lange unser Umfeld für dies und jenes verantwortlich gemacht? Haben wir vielleicht die Bedingungen des Lebens zu Hindernissen erklärt, weil dann nicht wir daran schuld sind, dass es hackt? Und liegt in all dem nicht eigentlich auch die Lösung?
 
Fakt ist doch: Wir konnten noch nie vorhersagen, was die Zukunft bringen wird. Nichts ist fix und morgen kann alles anders sein, als wir heute gedacht haben. Dennoch gilt es, unsere Zukunft zu gestalten – mehr denn je würde ich mal behaupten. Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass wir lösungsorientiert und optimistisch, verantwortungsvoll und mutig an die Dinge herangehen müssen. Wir sind es uns, vor allem aber den nachfolgenden Generationen schuldig, Verantwortung zu übernehmen, zukunftsorientiert zu denken und zu handeln. Und wir sollten endlich aufhören, die Welt auszubeuten, sondern sie als den Schatz zu behandeln, der sie tatsächlich ist.
 
Ach und wenn eh schon alles unsicher ist und – davon dürfen wir ausgehen – auch bleiben wird, können wir uns doch in Zukunftskompetenz üben. Wie also wäre es, wenn wir Zukunft derart neu denken würden, als ob alles möglich wäre? Wer weiß: Vielleicht IST alles möglich?!

Zukunft lernen (© privat)

Nichts, aber schon gar nichts haben wir gelernt! 

Diese Worte höre ich in letzter Zeit sehr oft. Die einen beziehen es auf die weit zurückliegende Vergangenheit, die anderen auf die jüngsten Geschehnisse. Einig ist man sich, dass wir eben nichts gelernt haben und, überspitzt gesagt, heute noch so blöd sind wie früher.
Ich habe auf derartige Aussagen keine Antworten. Kann weder zustimmen noch dagegen argumentieren und behaupten, dass wir sehr wohl etwas gelernt haben. Wie so oft kommen mir stattdessen erst einmal Fragen: Was genau hätten wir denn lernen sollen? Gibt es überhaupt ein „kollektives Lernen“ oder macht nicht jeder derart persönliche Erfahrungen, sodass auch das daraus Gelernte völlig individuell ist? So betrachtet, könnte es durchaus sein, dass der eine weitreichende Erkenntnisse erworben hat, während der andere nichts, aber schon gar nichts gelernt hat. Wobei sich Letztere dann wahrscheinlich die Frage gefallen lassen muss: Warum hast Du denn nichts gelernt?
 
Abgesehen davon: Wie wäre es, wenn wir die Sache einfach mal andersrum angehen würden? Vielleicht fehlt uns schlichtweg die Motivation, rückwärtsgerichtet zu lernen? Wie also wäre es, wenn wir aus der Zukunft lernen würden? Und dabei orientieren wir uns nicht an den Fehlern, die wir machen, sondern an all den guten Dinge, die wir auf Spur bringen werden. Derart lernen wir mit dem Blick nach vorne, fokussieren uns auf Resultate und Stärken statt auf Irrtümer und Schwächen, fühlen den Wandel vor und gestalten die Welt von Morgen aktiv mit.
Ich jedenfalls freu mich schon auf all die Gespräche, bei denen wir uns vor Augen führen, wie viel wir doch aus der Zukunft gelernt haben. Und Du?

Rückwärts erinnern (© Nicole Baster, Unsplash)

Rückwärts erinnern

„Eine dürftige Art von Gedächtnis, wenn es nur nach rückwärts reicht“, stellt die Herzkönigin in Lewis Carrolls Wonderland fest, als ihr Alice erklärt, dass sie sich nie an etwas erinnern kann, bevor es geschieht. Man mag von der schlecht gelaunten Monarchin denken, was man möchte – doch sie hat schon recht mit dem, was sie sagt.

Zugegeben: Das klingt im ersten Moment verwirrend bzw. macht es, um bei der Herzkönigin zu bleiben, ein wenig schwindlig, wenn man rückwärts in der Zeit lebt. Wenn man es sich aber erst mal angewöhnt hat, eröffnet es einem gar wunderbare Welten.
Ich meine: Wie viele Dinge könnten wir anderntags besser machen, wenn wir uns schon gestern daran erinnert hätten, welche Auswirkungen unser Tun heute hat? Welch tolle Geschichten können wir schreiben und (er)leben, wenn wir mit der Zukunftsbrille verantwortungsvoll auf die Gegenwart blicken würden?
Wenn die Ursache in der Zukunft liegt, sollten wir uns jetzt um die Wirkung kümmern, damit es besser und besser und besser und besser… wird.

Ich denke 6 (© privat)

Let’s talk…

Kommunikation ist Frage und Antwort, Senden und Empfangen, Ursache und Wirkung – und noch so einiges mehr. In jedem Fall aber ist es immer das Zusammenspiel von mindestens zwei Teilen bzw. zwei (oder mehr) Teilnehmern, die zusammen eine Art kommunikatives Ping-Pong spielen. Allerdings sollte uns klar sein, dass man dabei nie wissen kann, wie der Ball bzw. das Gesagte beim Gegenüber ankommt. Missverständnissen stehen also durchaus an der Tagesordnung. Doch auch diese können uns einen erheblichen Schritt weiterbringen. Ob nun Ein- oder Missverständnis: Wichtig ist, dass wir klar und offen, wertfrei, respektvoll und lösungsorientiert kommunizieren. Und vor allem, dass wir zuhören.
Wann also fangen wir (wieder) an, miteinander zu reden statt gegeneinander Monologe zu führen? Wie wäre es, wenn wir nur mehr einen respektvollen Umgang mit unserem Gegenüber pflegen? Wie viele zukunftsfähige und mutige Ideen könnten wir dabei schmieden? Was hindert uns daran, im gemeinsamen Dialog nach Lösungen zu suchen? Das heißt nicht, dass wir das Grübeln im stillen Kämmerlein aufgeben müssen (zumindest wer das – wie ich – gern tut). Doch wir sollten uns dabei immer auch überlegen, mit wem wir demnächst darüber diskutieren können.

Wer Lust hat, sich mal mit mir auszutauschen – über konkrete Pläne oder Gott und die Welt von morgen: Let’s talk

Umwege gehören zum Leben

…davon bin auch ich überzeugt – obwohl ich zur ungeduldigen Sorte gehöre und eigentlich so schnell wie möglich ans Ziel kommen möchte.
Doch was, wenn ich tatsächlich immer auf dem geraden, dem erstbesten Weg gegangen wäre? Was hätte ich alles verpasst, ohne den einen oder anderen Abstecher? Welche Landschaften hätte ich nicht bewundern können, welche Inspirationen hätte ich links liegen gelassen? Woher will ich überhaupt wissen, dass der kurvenreiche Pfad, den ich genommen habe, nicht sowieso der schnellste war?
Welche Wege ich auch in der Vergangenheit gegangen bin – ich weiß, dass ich in Zukunft ebenso etliche Umwege machen werde. Doch ich weiß auch, dass es meine Wege sein werden. Das heißt nicht, dass wir aufhören sollen Pläne zu schmieden, weil wir sie schlussendlich ohnehin über den Haufen schmeißen müssen. Ohne Plan, kein Ziel. Und ohne Ziel, kein Aufbruch.
Wir sollten allerdings lernen, Zukunftskurven einzukalkulieren, auf der Reise in die Welt von morgen flexibel zu bleiben, sodass wir unsere Zukunftsstory laufend um- bzw. neu schreiben können.
Also ja: Das Leben birgt viele Umwege in sich. Auf dass wir sie als Inspiration für die eigene Zukunft sehen.

Ich denke_4 (© privat)

Erinnerungen sind etwas Tolles…

Beim Durchblättern des Fotoalbums kann man sich in eine andere Zeit beamen. Im Gespräch mit Freunden gibt man Geschichten von früher zum Besten. Und wenn die Eltern von unserer Kindheit erzählen, glauben wir uns daran zu erinnern, wie wir im Sandkasten gebuddelt haben.
Ja, Erinnerungen sind etwas Tolles. Solange wir uns nicht in ihnen verfangen, an ihnen festhalten und den vermeintlich guten alten Zeiten nachtrauern – schon alleine, weil man sich fragen muss, ob die tatsächlich so gut waren.
Laotse sagt: „Erkennst du klar, dass sich alle Dinge verändern, dann wirst du an nichts festhalten wollen.“
Warum also klammern wir uns oft so fest an alte Geschichten? Wie wäre es, wenn wir sie hin und wieder aufleben und dann wieder ziehen lassen? So als wären sie kleine Erinnerungsinseln, auf denen wir uns ein Lächeln auf das Gesicht holen können. Wobei das Loslassen ja eigentlich hier und heute beginnt. Sprich: Wenn sich alles ständig verändert, macht es doch gar keinen Sinn, das, was wir jetzt haben, bewahren zu wollen – so wie das aktuell ja an der Tagesordnung liegt. Ganz nach dem Motto: Lieber heute hamstern, als morgen aus dem Hamsterrad katapultiert zu werden.
Was aber, wenn wir morgen gar nicht mehr im Kreis rennen? Was, wenn sich die Welt anders entwickelt, als wir es ihr zutrauen? Was, wenn wir die Dinge heute loslassen, um Raum für ein neues Morgen zu schaffen? Und was, wenn wir es mal mit Erinnerungen an die Zukunft versuchen?

Ich denke_3 (© privat)

Die Sache mit dem Sinn…

„Wenn wir unsere Zukunft verstehen wollen, wird es (…) nicht ausreichen, Genome zu entschlüsseln und über Zahlen zu brüten. Wir müssen die Fiktionen entschlüsseln, die der Welt einen Sinn verleihen“, schreibt Yuval Noah Harari in „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“.
Dabei ist das mit dem Sinn ja so eine Sache. Nicht nur, dass der Begriff selbst unterschiedliche Bedeutungen hat. Auch jeder einzelne hält unterschiedliche Dinge für sinnvoll. Das allerdings hängt oft mit unserem Umfeld zusammen und damit auch mit dem (Sinn-)Geflecht, in das all unsere Geschichten eingewoben sind. Denn ob wir es wollen oder nicht und ob wir dieselben Dinge als sinnreich oder sinnbefreit betrachten wie unsere (Groß-)Eltern, Partner, Freunde, Nachbarn oder Menschen unserer Generation – auch wenn wir sie gar nicht kennen: Sinn entsteht durch das Zusammenspiel vieler Geschichten und im Laufe der Zeit. Somit unterliegt er auch einer ständigen Veränderung.
Wenn also der Sinn unseres Lebens hier und jetzt ein Produkt der Geschichten von gestern ist, warum schreiben wir nicht heute unsere Zukunft so, wie sie für uns und nachfolgende Generationen sinnvoll ist? Wieso glauben wir die angstmachenden und sinnlosen Erzählungen, die uns Politik und Medien als Realität verkaufen?
Wie wäre es, wenn wir zukunftsbejahende und sinnvolle Fiktionen schreiben und sie verbreiten würden, sodass die Welt deren Sinn voller Freude entschlüsseln kann? Wie wäre es, wenn wir Zukunft neu denken, unsere Zukunftsstorys selbst verfassen und damit der Welt von Morgen (wieder) einen Sinn geben würden?
Auf was warten wir eigentlich noch?

Ich denke_2 (© privat)

Mutige Zukunftsrevoluzzer

„Denn eine wahrhaft revolutionäre Revolution wird sich nicht in der materiellen Welt vollziehen können, sondern nur in den Seelen und Körpern der Menschen.“
…ich möchte diesen Satz aus Aldous Huxleys „Schöne Neue Welt“ um das Denken ergänzen. Meiner Meinung nach ist es nämlich höchste Zeit, dass wir endlich (wieder) revolutionäre Gedanken schmieden, sodass sich die Revolution in einem neuen Mindset – einem Future Mindset entfalten kann. Also lasst uns gedanklich auf die Barrikaden steigen. Und dafür braucht es im ersten Schritt gar nicht viel. Denn in einer Zeit, in der die Zukunft vielfach kritisch betrachtet und – wenn überhaupt – ängstlich angegangen wird, ist man ja schon revolutionär, wenn man sich den Optimismus behält.
Die Zukunft aber, die kommt sowieso. Warum also machen wir nicht das Beste aus ihr? Und zwar jetzt und gleich. Design-Experte Jan-Erik Baars hat letzthin in einem Gespräch zu mir gesagt: „Als ich in den 1960er, -70er Jahren aufgewachsen bin, war die Zukunft grandios.“
Egal, wann und warum wir aufgehört haben, davon überzeugt zu sein, dass die Zukunft nur besser werden kann: Wir können hier und heute wieder damit anfangen, das Beste aus ihr zu machen.

Ich denke_1 (© privat)

Veränderung ist die einzige Konstante

…davon war schon der griechische Philosoph Heraklit vor 2500 Jahren überzeugt. Und doch glauben wir, das „gute Alte“ bewahren zu können. Oder sagen wir so: Manche Dinge dürfen sich unter dem Deckmantel des Fortschritts verändern, werden optimiert und uns als Top-Innovation verkauft, obwohl es doch nur alter Wein in neuen Schläuchen ist. Der Rest aber soll bitte so bleiben, wie er ist. Schließlich weiß niemand, was die Zukunft bringt.
Nein, das wissen wir nicht. Aber die Zukunft wird uns auch dann Veränderung bringen, wenn wir (vermeintlich) alles beim Alten belassen. Warum also betrachten wir die Zukunft nicht als Einladung, uns ebenso zu verändern? Weshalb fragen wir uns immer, was wir verlieren können? Sollten wir uns nicht viel eher fragen: Was kann ich gewinnen, wenn ich mich schon heute verändere? Was, wenn ich tatsächlich mit der Zeit gehe? Oder ihr sogar einen Schritt voraus bin? Was, wenn ich zum Gestalter meiner Zukunft werde? Wenn ich meine eigene Zukunftsstory schreibe?
Am Ende des Tages bleibt ohnehin nichts, wie es einst war. Also warum nicht die Welt verändern und Zukunft neu denken?